kein Aufzug fürs Kurparkschlösschen

Die Bürgergemeinschaft Herrsching war 2014 Mitinitiator des Bürgerbegehrens „Barrierefreies Kurparkschlösschen“. Die Initiatoren hatten auf die Durchführung des Bürgerentscheides verzichtet, nachdem sich der Bürgermeister verpflichtet hatte, sich für die Umsetzung von Barrierefreiheit an dieser Stelle einzusetzen. Auch das Denkmalamt scheint mit im Boot, allein der Brandschutz gestaltet sich schwierig, obwohl wir gute Beispiele für Barrierefreiheit in denkmalgeschützten Häusern in Nachbarlandkreisen haben (z.B. Rathaus und Schlossmuseum Murnau)

Alfred Ploetz hat in seiner Eigenschaft als Behindertenbeauftragter des Gemeinderates den Antrag gestellt, die im Haushalt  bereitgestellten 20.000 Euro für die Planung eines Innenaufzuges zu vergeben. Öffentliche Veranstaltungen müssen laut UN-Behindertenrechtskonvention barrierefrei stattfinden, um Menschen mit Behinderungen die Teilnahme  am politischen und öffentlichen Leben gleichberechtigt zu ermöglichen. Das gilt auch für die Veranstaltungen des Kulturvereins oder die Nutzung des Standesamtes und die Gemeinde als Vermieter des Schlösschens muss für Barrierefreiheit sorgen.

In seiner Sitzung am 24.April 2017 lehnte der Gemeinderat mit 14:11 Stimmen den Antrag ab, obwohl er noch im Dezember mit 14:9 dafür gestimmt hat, 20.000 Euro Planungskosten für eine Barrierefreiheit des Kurparkschlösschens in den Haushalt einzustellen.

Ein fatales Signal für alle Herrschinger mit Mobilitätseinschränkungen (auch die ca. 900 Personen mit Behindertenausweisen), die trotz eindeutiger Rechtslage von den Veranstaltungen im Kurparkschlösschen ausgeschlossen bleiben.

Für das Standesamt steht das Rathaus als barrierefreier Ort zum Heiraten zur Verfügung. Für Veranstaltungen des Kulturvereins gibt es auch Alternativen, z.B. der Mehrzwecksaal der Feuerwehr in Breitbrunn, die der Kulturverein aber aktiver bespielen müsste.

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